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:: Seekrankheit, Nausea, Kinetosen Posted @ 23:42 GMT

 


Allgemeines
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 15% der Menschen relativ unempfindlich gegenüber dem Auftreten der Seekrankheit sind, 75% "normal" anfällig und etwa 10% stark anfällig sind. Weiterhin scheint die Anfälligkeit vererbbar zu sein.
Bei über 90% der gesunden Menschen verschwinden die Symptome der Seekrankheit nach 2 bis 3 Tagen von selber.
 

Beschwerden
Man kann die Kinetosen nach dem Schweregrad der Beschwerden in 3 Grade einteilen:


Leichte Form
• Kopfschmerzen
• Müdigkeit
• Appetitlosigkeit
• Antriebsarmut


Schwerere Form
• Übelkeit, oft mit Erbrechen
• Appetitlosigkeit
• Ausgeprägte Müdigkeit
• Antriebslosigkeit

Schwere Form
• Subjektiv schweres Krankheitsgefühl
• starkes Erbrechen von Magensaft und Gallenflüssigkeit
• Ekelgefühl gegenüber jeglichen Nahrungsmitteln
• Koordinationsstörung
• völlige Antriebslosigkeit

Unter Seglern werden diese 3 Stufen etwas humorvoll wie folgt beschrieben:
• bei der ersten Stufe hat man Angst zu sterben
• bei der zweiten Stufe ist es egal, ob man stirbt
• bei der dritten Stufe wünscht man sich nichts sehnlicher, als endlich sterben zu dürfen
Glücklicherweise betrifft die schwere Form der Seekrankheit nur etwa 15 bis 20% der Betroffenen.

Vorbeugende Maßnahmen
Man kann der Reisekrankheit zum einen durch die Einnahme von Medikamenten vorbeugen, die im Kapitel zur Behandlung bereits genannt wurden. Zum anderen kann durch entsprechendes Verhalten der Entwicklung einer Reisekrankheit vorgebeugt werden:
• mindestens 24 Stunden vor Reisebeginn keinen Alkohol trinken
• ausgeruht und stressfrei auf die Reise gehen
• den Magen durch maßvolles Essen und Trinken nicht überladen
• Nicht unter Deck gehen
• Blick auf den Horizont
• Leichte Arbeit an Deck = Ablenkung
• Unter Deck, auf den Rücken liegen, Walkman an (Klassik! )
• Medikamente:
o Gegen das Entstehen
o Gegen Erbrechen
? Achtung Nebenwirkung: Müdigkeit.


Medikamentöse Therapie

1. Cholinolytika:
Sie enthalten Atropin und/oder Skopolamin und blockieren den Brechakt. (Präparate:Vasano®, Emesan®, Extracta Belladonnae usw.). Dosierung von Skopolamin: 0,5 mg per os.
Nebenwirkung: Trockenheit von Mund und Nase, Tachykardie.
Kontraindikationen: Glaukom, Prostatahypertrophie, Tachykardie

2. Antihistamenika: (Ganz klar meine Empfehlung! In der Schweiz: Duremesan Tabl.)
Sie enthalten:
1. Diphenhydramin (Emesan®, Fortraevel®, Vomex A®, Dramamine®). Die Wirkungsdauer beträgt 2 bis 5 Stunden.
2. Meclicin (Postafen®, Bonamine®, Peremesin®). Die Wirkungsdauer beträgt 10 bis 20 Stunden.
Die Präparate wirken peripher atropinartig. Der zentrale Ansatzpunkt für die antiemetische Wirkung ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Sie wirken mindestens ebenso gut wie Atropin und Skopolamin und haben diese Alkaloide aus der Behandlung der Reisekrankheit nahezu verdrängt.
Nebenwirkungen: Teilweise erhebliche Müdigkeit und Abgestumpftheit. Trockenheit in Mund und Nase. Größere Dosen wirken zentral erregend (motorische Unruhe).

3. Neuroleptika:
Promethacin (Atosil). Dieses Präparat steht dem Chlorpromacin (Metaphen®) sehr nahe. Es hat einen atropinähnlichen Effekt auf den Hirnstamm. Die Wirkungsdauer beträgt 5 bis 19 Stunden. Nebenwirkungen: Erhebliche Müdigkeit (das Präparat wird auch als präoperatives Sedativum eingesetzt).

Alle Präparate, die Neuroleptika mehr, die Antihistamenika weniger, haben als Nebenwirkung eine ausgeprägte Müdigkeit zur Folge. Sie werden deshalb häufig mit Coffein kombiniert. Alle Präparate sind wegen dieser Nebenwirkung für Fahrer (und damit auch für Skipper (!), Anm. v. ESYS) nicht geeignet.
Der Beifahrer sollte die Antihistamenika wählen, da deren antiemetischer Effekt sehr gut und ihr Ermüdungseffekt dagegen geringer ist als der von Neuroleptika.
Kinder sind wegen ihrer Unruhe und Bewegungsvielfalt am häufigsten den kombinierten Beschleunigungen ausgesetzt. Bei ihnen ist die stärker sedierende Komponente der Neuroleptika erwünscht.
Für Schwangere sind nur Neuroleptika zu empfehlen.

 


:: Weitere Infos: Posted @ 12:21 GMT

http://www.m-ww.de/reisemedizin/seekrankheit.html

http://www.esys.org/seekrank/sekrnk15.html

 
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